Anderen erlauben, ihren Weg zu gehen

 

Jeder hat das Recht, seinen eigenen Weg zu suchen, der von der Dunkelheit ins Licht führt.

Es kann sehr schmerzhaft sein, einem geliebten Menschen oder einem Gleichaltrigen zuzusehen, wie er einen mit Stolpersteinen übersäten Weg durchquert.

Wir möchten sie instinktiv zu einem sichereren Weg führen und ihnen die Weisheit mitteilen, die wir selbst durch Erfahrung erworben haben. Und wir tun dies oft auch. Und oft gefühlt erfolglos.

Alle Menschen haben jedoch das Recht, ihre eigenen Wege zu beschreiten, ohne übermäßig von Eingriffen von außen beeinflusst zu werden. Ihnen dieses Recht zu verweigern, bedeutet, ihnen die Erleuchtung zu verweigern, da wahre Einsichten in Vorträgen und durch Einmischen nicht vermittelt werden können. Vielmehr muss jeder Einzelne Unabhängigkeit und Erleuchtung erlangen, indem er Entscheidungen trifft und über die Konsequenzen jeder Wahl nachdenkt. Indem wir anderen Menschen erlauben, ihren Weg frei zu gehen, respektieren wir unser Recht, unsere Menschlichkeit so auszudrücken, wie wir es für richtig halten.

Auch wenn wir mit ihren Entscheidungen möglicherweise nicht einverstanden sind oder uns überhaupt nicht mit ihnen identifizieren, verstehen wir, dass jede Person auf ihre eigene Art und Weise und in ihrem eigenen Tempo lernen muss, oder es halt nicht tut, was auch oft der Fall ist.

Die Ereignisse und Umstände, die unser Leben prägen, sind einzigartig, weil jeder von uns einzigartig ist. Was eine Person tief berührt, kann möglicherweise einen anderen Menschen irritieren oder verwirren.

Daher zieht es jeden von uns zu unterschiedlichen Pfaden – den Pfaden, die die tiefgreifendsten Auswirkungen auf unsere persönliche Entwicklung haben.

Wenn wir gezwungen sind, einzugreifen, z.B. wenn wir beobachten, wie ein anderer Mensch langsam und schmerzhaft einen schwierigen Weg beschreitet, versuchen wir nun, uns in sein Bedürfnis hineinzuversetzen, autonom zu werden und ihn seinen eigenen Weg in der Welt finden lassen.

Sollte diese Person um unsere Hilfe bitten, geben wir sie frei. Wir können ihnen sogar von unserem Weg erzählen oder bewusst und liebevoll Ratschläge geben.

Ansonsten geben wir ihnen jetzt den Raum, den sie brauchen, um ihre eigenen Fehler zu machen, die Früchte ihrer Arbeit zu genießen, ihre Triumphe zu genießen und ihre eigenen Wahrheiten zu entdecken.

Die Versuchung, die Wege anderer zu lenken, ist eine Kreatur vieler Herkunft. Überaktive Egos können uns davon überzeugen, dass unser Weg der einzig wahre ist, oder ein Verlangen nach Kontrolle in uns wecken. Aber jeder Mensch hat das Recht, seinen Weg zu suchen, der von der Dunkelheit ins Licht führt. Wenn wir diese Wege feiern und die Menschen ermutigen, sich auf ihnen zurechtzufinden, genießen wir nicht nur das Privileg, anderen beim Wachsen zuzusehen, sondern verstärken auch unser Engagement für Vielfalt, Unabhängigkeit und Individualität.

Frieden, innerer Frieden, geistige Gesundheit sind nur so möglich.

Schönen Sonntag aus Wien von Petra

6 Comments »

    • danke susanna, wie lieb von dir. schwer – da kann ich mehrere lieder davon singen. und ich machen schon lange in meinem kopf rum, wie ich das formuliere. nun ist es geschehen 🙂 schönen sonntag noch

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